29.-30. August

 

Gestern, 29. 08. war endlich wieder ein freier Tag. Er wurde unterschiedlich genutzt. Ruhe, aufräumen oder putzen, oder in die Stadt fahren. Mit "Marschrutka", dem Sammeltaxi, ähnlich dem Dolmus in der Türkei, geht es sehr schnell zur Metro-Station und von dort in 20 Minuten ins Zentrum.

Für 17 Uhr war unser Bus bestellt um uns zum Theater "Neue Oper" zu bringen. Es gab GISELLE, ein Ballett um Liebe und Tod. Wie üblich der Stau auf dem Weg zum Zentrum. Niemand weiß warum, aber wir standen mindestens 15 Minuten ohne einen Zentimeter voranzukommen. War wohl jemand der"wichtig" ist mit seiner Kolonne unterwegs, und deshalb hatte die Polizei die Straßen gesperrt. Wir erreichten aber sehr zeitig das Opernhaus. Es liegt in einem kleinen Park, ist sehr modern und ansprechend. Die Aufführung war sehr gut und hat ausgezeichnet gefallen. Aber das erwartet man ja auf jeden Fall in Moskau!

Nach der Aufführung starteten wir zu unserer Abendfahrt durch die erleuchtete Stadt. Zuerst zum Roten Platz. Die Basilius Kathedrale und das Kaufhaus Gum waren schön beleuchtet.Leider war von der Beleuchtung der Kremlmauer wenig zu sehen, weil durch die starken Scheinwerfer, die wegen des Musikfestivals aufgebaut waren, alles zu hell war.Wir fuhren dann weiter zwischen  Kremlmauer und Ufer der Moskwa vorbei. Hier sah es besser aus. An der Hauptkirche des Patriarchen vorbei ging es zum Jungfrauenkloster. Wunderschön mit der Beleuchtung. Danach fuhren wir zum "Sperlingshügel", der Aussichtsplattform, von der wir einen tollen Überblick über die hell erleuchtete Stadt hatten. Hier treffen sich jeden Abend die Biker und zeigen ihre tollen Motorräder. Sie führen halsbrecherische Kunststücke auf. Gut dass gestern niemand zu Schaden kam. Am Siegespark vorbei fuhren wir dann langsam ins Zentrum zurück und dann mit dem üblichen Stau zu unserem Stellplatz, wo wir um Mitternacht ankamen. Die Parole lautete "ab in die Betten, um 08:30 geht es weiter".

Pünktlich standen morgens alle wieder da. Xenia holte uns mit dem Bus ab und wir fuhren relativ flott in die Stadt.Um 10 Uhr hatten wir den Eintritt in den Kreml.Dort ist nicht nur das politische Machtzentrum, der Amtssitz des Präsidenten, sondern hier sind auch die ältesten und schönsten Kirchen der Stadt.Unter anderem die Kirche, in der alle russischen Zaren gekrönt wurden. Im Kremlgelände wurde eigens für die Parteitage der KPDSU eine riesige Konferenzhalle mit 6000 Plätzen gebaut.Hier befinden sich auch heute die Empfangsräume des "neuen Zaren".

Um 12 Uhr hatten wir den Termin für die Schatzkammer. Hier dürfen täglich nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern rein und es muss frühzeitig gebucht werden.Strenge Sicherheitskontrollen werden durchgeführt.In der Schatzkammer befinden sich wirklich unersetzbare Kostbarkeiten der russischen Geschichte. Es ist das größte Museum Russlands. Einfach schön und beeindruckend. Aber auch anstrengend, weil Xenia natürlich versucht uns "alles" zu erzählen.

Nachher ging es durch den Alexander-Garten, vorbei am Grabmal des unbekannten Soldaten, wo gerade Wachablösung war, endlich zum Mittagessen. Typisch russische Küche, sehr gut. Zum Schluß besichtigten wir noch die Erlöserkathedrale. Das Original ließ Stalin in den 30er Jahren sprengen. Mitte der 90er, unter Boris Jelzin wurde sie originalgetreu wiederaufgebaut und 2000 eingeweiht. Ein beeindruckender Bau aus Marmor mit Kuppeln aus einer Legierung, die länger hält als Blattgold. Es gibt eine Ober- und eine Unterkirche. In der Unterkirche werden die täglichen Gottesdienste abgehalten, während oben nur an Feiertagen Gottesdienst gehalten wird. Es ist die Kirche des Patriarchen der Russisch-Orthodoxen Kirche. Das ist auch sicher ein Grund, warum die Strafe für die "Pussy-Riot" Sängerinnen so hart ausgefallen ist. Allerdings werden sie in Russland nur wenig bedauert.

Der Rückweg zum Stellplatz war nicht besonders weit, aber es dauerte ziemlich lange. Viele Moskoviter fahren bereits am Freitag aufs Land zu ihren Datschen. Es ist das letzte Wochenende vor Schulbeginn nach den 3-monatigen Sommerferien.

Wir wollen morgen weiterfahren Richtung Sankt Petersburg, wo wir am 01. September eintreffen wollen. Dort gibt es wieder Netz und weitere Berichte.

Bis dahin herzliche Grüße von Eurem KUGA-Franz und der ganzen Gruppe.