24. August Kasan

Nachdem wir gestern auf sehr guten Straßen an unserem Stellplatz außerhalb der Stadt Kasan angekommen sind, haben wir diese heute mit Stadtführerin Ludmilla besucht.

Kasan, die Hauptstadt der Republik Tatarstan wurde im Jahre 1005 gegründet. Sie gehört zu den wenigen ganz alten Städten Russlands. Hier leben Russen und Tataren  zusammen. Die Bevölkerung ist etwa 48:47 Russen und Tataren.Natürlich gibt es auch noch andere Volksgruppen, wie überall in diesem Riesenreich.Hier leben sie alle friedlich nebeneinander und miteinander.Tatarstan ist weitgehend wirtschaftlich autonom und pflegt unter anderem enge Beziehungen zur Bundesrepublik. Wegen der Öl und Gasvorkommen sind die Einkommen der Menschen etwas höher als im übrigen Russland.

Als erstes fuhren wir zum Kreml, der alten Festung. Es ist eine große Anlage, die Festungsmauer ist 1,8 km lang. Die Mauern haben am Grunde eine Dicke von bis zu 10 Metern.Praktisch nicht einzunehmen.Im Kreml steht der schiefe Turm. Niemand muss nach Pisa fahren um sowas zu sehen. Kasan soll jeder gesehen haben.der Kreml ist seit dem Jahr 2000 Unesco Welterbe. Auf dem Gelände des Kreml steht eine wunderschöne moderne Moschee. Sie wurde von Spendengeldern der Gläubigen und aus den arabischen Ländern finanziert.Die Muslime in Tatarstan sind Sunniten. Das trägt erheblich zum friedlichen Zusammenleben mit den anderen Religionen und Volksgruppen bei. Es gibt sehr viele Mischehen zwischen Orthodoxen und Muslimen.

Weiterhin befindet sich der Palast des Präsidenten auf dem Kremlgelände. Er steht neben der schönen alten Kathedrale. In dieser werden regelmäßig Gottesdienste abgehalten.Während der Sowjetzeit war auch diese Kirche zweckentfremdet.

Kasan war und ist eine Stadt, die vom Handel lebt. An der wichtigen Verbindung zwischen West und Ost, Nord und Süd.Es ist eine Stadt in der "Altertum" und Moderne zu sehen sind. Zur 1000 Jahrfeier ist sehr viel restauriert worden. Schöne alte Gebäude sind erhalten. Und zur Universiade 2013 wurde sehr viel neu gebaut. Besonders Sportstätten. Hier finden nationale und internationale Sportwettkämpfe statt. Von 1,4 Millionen Einwohnern sind fast 100000 Studenten an den vielen Universitäten und Hochschulen. An den Universitäten haben seit jeher viele deutsche Wissenschaftler und Forscher gearbeitet. Auch heute gibt es hier deutsche Gastprofessoren.Es gibt viele Theater in der Stadt. Jährlich gibt es ein Tschaljabin Festival, an dem die berühmtesten Tenöre der Welt teilnehmen, ebenso wie ein Nurejew Festival.Außerdem gibt es hier eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde.

Außer der großen neuen Moschee gibt es auch noch eine alte Moschee. Diese wurde während der Zarenzeit gebaut. Die Muslime haben damals "Gr0ßmütterchen" Zarin um Erlaubnis gebeten ein Gotteshaus zu bauen. Das wurde ihnen erlaubt.Wir konnten diese leider nicht besichtigen, weil die Straßen gesperrt waren.

Auch die Fußgängerzone lohnt einen Besuch. Hier herrscht reges Leben. Straßenmusikanten, Geschäfte und Cafes laden ein. Es erinnert alles sehr an Westeuropa.

Es war ein schöner und interessanter Tag, den wir heute Abend mit einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant unseres Hotels abgeschlossen haben. Morgen geht es weiter westwärts nach Nischni Novgorod, einer sehr schönen Stadt, 400 km vor Moskau.

Sollte ich dort wieder netz haben gibt es wieder einen Bericht. Bis dahin grüßen Euch

Euer KUGA-Franz und seine Tataren. (Früher hieß es mal: Hilfe die Tataren kommen)