Stadtbesichtigung Irkutsk Um 10 Uhr steht unsere Führerin Ludmila mit dem Bus vor dem Hotel. Es verspricht anstrengend zu werden. 1. Hitze, 2. Ludmila spricht viel und schnell. Aber sie hat ja nur wenige Stunden Zeit um uns alles zu erklären.

Die Stadt wurde Mitte des 17. Jahrhunderts als Festung gegen die Burjaten gegründet. Schnell entwickelte sie sich zu einem wichtigen Handelspunkt. Handel nach West und Ost, Nord und Süd brachten Geld in die Kassen der Kaufleute und der Stadt. So konnte sie schnell wachsen und sich weiterentwickeln. Entscheidend war dann der Bau der Transsib. Das brachte einen riesigen Aufschwung. Viel schöne alte Holzhäuser und Steinbauten der verschiedensten Stilrichtungen zeugen noch heute vom Reichtum der Stadt. Hier leben 600000 Menschen, davon 10% Studenten. Das ergibt ein Durchschnittsalter von 35 Jahren. Es gibt Hochschulen der verschiedensten Fachrichtungen.

Die Stadt wurde an beiden Ufern der Angara gebaut. Früher gab es nur Boote, Fähren oder Pontonbrücken. Im Winter ging man über das Eis. Die Bevölkerung sammelte Geld für eine richtige Brücke. Wegen der Wirren des Bürgerkrieges, in dem die Stadt hart umkämpft war, konnte der Bau erst 1920 begonnen werden. Das Geld war noch vorhanden!!! Heute gibt es 4 Brücken über den Fluß.

An seinem Ufer steht nach langer Zeit, seit 2000 wieder ein Denkmal für Zar Alexander den Dritten, den Vater der Transsib. Die Kommunisten hatten das Original entfernt. In Irkutsk gibt es auch heute noch eine polnische Gemeinde. Es sind die Nachfahren der in der Zarenzeit verbannten 20000 Polen.Sie haben ihre eigene katholische Kirche.

Der Markt ist berühmt. Dort gibt es alles. Gutes Obst und Fleisch, Bekleidung und ,und , und In der Fußgängerzone herrscht reges treiben. Da Samstag ist sind auch viele Brautpaare zu sehen.

Zur geistigen und kulturellen Entwicklung haben die "Dekabristen" entscheidend beigetragen. Adlige, die nach einem missglückten Putschversuch nach Sibirien verbannt wurden und sich nach der Begnadigung in Irkutsk niederließen. Zwei ihrer Häuser sind heute Museen und schildern eindringlich das damalige Leben.

Ein Nachtrag zu den vergangenen Tagen.
Auf der Fahrt von Krasnojarsk zu unserem neuen Stellplatz brach an Jannes Pick-Up der Rahmen hinten rechts. Eine Werkstatt war in der Nähe. Die Mechaniker haben versichert den Schaden beheben zu können. Also an die Arbeit. Ich ließ Alexander als Hilfe für Jannes und Gerry zurück und fuhr der Gruppe hinterher. Die hatte ich informiert und sie standen schon alle am Platz. Gut organisiert von der Gruppe selbst. Jannes und Gerry trafen gestern Abend, wenige Stunden nach uns,mit fahrbereitem Wagen bei uns ein. Alexander kam mit der Bahn. Wir sind wieder komplett und freuen uns sehr darüber.

Noch 70 km zum Baikal-See, zu dem wir morgen wollen. Dann schreibe ich wieder wenn es ein Netz gibt. Bilder von den letzten Tagen kommen in ein paar Stunden.

Beste Grüße von Eurem KUGA-Franz und der ganzen Gruppe. Heute in der Sonne:37° (plus)!!!!